James Simon

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Der Mann, der Nofretete zur Berlinerin machte von Dietmar Strauch James Simon (1851-1932)... mehr
Detailinformationen "James Simon"

Der Mann, der Nofretete zur Berlinerin machte

von Dietmar Strauch

James Simon (1851-1932) hat wie kein zweiter Mäzen die einmalige Museumsinsel im Zentrum Berlins mit Kunstwerken beschenkt. Im Jahre 1912 entdeckte eine von ihm finanzierte Grabungsexpedition in Ägypten die Büste der Nofretete, die auch heute noch Menschen aus aller Welt begeistert. Das Buch skizziert den Lebensweg Simons, der neben seiner Sammelleidenschaft für Kunst auch in seinem sozialen Engagement für Kinder und soziale Benachteiligte vorbildlich war. Zugleich gibt die Biographie Einblicke in die wechselvolle Museumsgeschichte Berlins.

Bei der Erwähnung des Namens James Simon fällt unweigerlich der Name Nofretete, jener ägyptischen Schönheit, deren bemalter Porträtkopf 1912 in Armana am Ostufer des Nils gefunden wurde und für Berlin gewonnen werden konnte. Bis heute wird die Königin von vielen Millionen Museumsbesuchern bewundert und ist ein fester Bestandteil der kulturellen Identität Berlins.

Über den Mäzen James Simon ist dagegen nur wenig bekannt. Das liegt vor allem daran, dass er selbst nicht im Mittelpunkt stehen wollte, sondern bescheiden im Hintergrund blieb und aus Freude und Begeisterung für die Kunst, die Wissenschaft und das menschliche Miteinander schier Unglaubliches leistete. Seine Verdienste sind einmalig, obwohl es neben ihm weitere engagierte Bürger gab, die den Ruf der Berliner Museen mit Schenkungen aufpolierten. Dass Simon zwischenzeitlich weitgehend vergessen war, liegt aber auch daran, dass nach 1933 von den nationalsozialistischen Machthabern alle Erinnerungen und Hinweise auf diesen Preußen jüdischer Herkunft systematisch getilgt wurden und er damit aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwand. Das hat sich erst in jüngster Zeit geändert. Mit der „James Simon-Galerie“ auf der Museumsinsel Berlin nach dem spektakulären Entwurf von David Chipperfield wird wieder der Mann geehrt, der nicht nur Mäzen und Wohltäter war. Die Ehrentafel zu seinem Gedenken am Tiergarten formuliert es so: „Er stand für einen Gemeinsinn, der 1933 gewaltsam zerstört wurde.“

Die Liste der Schenkungen Simons an die Berliner Museen ist kaum zu fassen: 350 Kunstwerke der deutschen und niederländischen Holzplastik des Spätmittelalters, mehr als 30 Gemälde der Renaissance und mehrere Flügelaltäre, 24 Hausmodelle und rund 900 Sammelstücke für die Volkskundliche Sammlung von Schmuck bis Herbergsschildern, 1500 japanische Farbholzschnitte, chinesisches Porzellan, 493 Skulpturen, Bronzen und Majoliken, mehr als 1000 neu- und altbabylonische Tontafeln, die riesige Sammlung aus Ägypten mitsamt der Nofretete und immer wieder viel, viel Geld für Stiftungen, Ausgrabungen und Ankäufe weiterer Kunstwerke.

Diese Verdienste reichen allemal für eine Lebensbilanz, doch nicht bei James Simon. Neben seinen zahlreichen Schenkungen für die Berliner Museen war sein soziales Engagement beispiellos. Hier ist sein Einsatz für arme Kinder besonders hervorzuhaben. Weitere Stichworte sind: Verein zum Schutze der Kinder vor Ausnutzung und Misshandlung, Haus Kinderschutz in Zehlendorf, Verein für Volksbäder und Gründung des Stadtbads Berlin-Mitte, Berliner Verein für Ferienkolonien, Spenden für Waisenhäuser und Kurhospitäler und vieles mehr. Auch in der Wissenschaft findet sich sein Name an prominenter Stelle: Bei der Gründung der Kaiser-Wilhelm-Institute (heute: Max-Planck-Gesellschaft) war er der erste Spender. In diesem Buch werden das Leben dieses außergewöhnlichen Berliners skizziert und an einigen Beispielen seine denkwürdige Lebensleistung illustriert.

ISBN: 978-3-88777-018-1

Erscheinungsjahr: 2010
Einband: gebunden / Hardcover
Seitenumfang: 96
Breite (cm): 10
Höhe (cm): 19
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